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Byo Records

The Briefs - Steal Yer Heart (Byo Records, 22.11.2005)

Ich habe lange auf dieses Album gewartet. Habe viel darüber spekuliert, wie es wohl klingen mag, ob es seinem Vorgänger „Sex Objects“ ebenbürtig (oder sogar noch besser?) werden würde. ... Zugegeben: ich hatte sehr hohe Erwartungen.
Und zunächst wurde ich enttäuscht. Da waren sie nicht, die neuen, sofort mitreißenden Melodien, die mich schon beim ersten Hören in ihren Bann zogen… Das klang doch sehr bekannt. Die Briefs haben mit diesem Album also keine neuen Maßstäbe gesetzt, ihren so charakteristischen Sound nicht neu definiert. Sollte das denn alles sein? Wie gesagt, ich war enttäuscht.
Darum habe ich mich für den Rest des Tages anderen CDs gewidmet und hab „Steal Yer Heart“ weit, weit links liegen lassen.
Als ich sie dann am nächsten Tag doch wieder einlegte, erwartete ich nichts mehr. Aber ich wurde überrascht. Beim zweiten Mal klangen die Lieder gar nicht mehr so flach und langweilig wie noch am Tag zuvor. Auf einmal machten sie sogar richtig Spaß. Plötzlich waren sie doch da, die eingängigen Melodien (hatten sich wohl nur versteckt). Und der Sound war, wie die Briefs eben sind: poppig tanzbarer, britischer Seattle-Punk Rock mit kräftigem New-Wave-Einschlag und viel ironischer Originalität. Großartig! Und als sie durch war, wurde die Platte sofort noch mal durchgehört - zur Sicherheit, vielleicht hatte ich mich ja verhört. Aber entgegen meiner Befürchtungen blieb es diesmal dabei: Es ist ein gutes Album.

Mit „Steal Yer Heart“ haben die Briefs ein bodenständiges, stiltreues Werk abgeliefert. Vor allem haben sie mir aber vor Augen geführt, dass allzu hohe Erwartungen und vorschnelle Urteile dem Hörgenuss gewaltig im Weg stehen können.

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